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"Kühne Maßnahmen"

Die Masterstudierenden mit Prof. Dr. Torsten Busacker und Günther Pichler (Foto: MOIA)
Die Masterstudierenden mit Prof. Dr. Torsten Busacker und Günther Pichler (Foto: MOIA)

[12|07|2019]

Tourismus Masterstudierende präsentieren im Holzkirchner Marktgemeinderat

 

Die Neugestaltung des Bahnhofsareals der Marktgemeinde Holzkirchen im Oberland – das war das Thema der Praxisfallstudie, das der Masterstudiengang Tourismus Management an der Fakultät für Tourismus der Hochschule München sich im Sommersemester 2019 vorgenommen hatte. Unter der Leitung von Prof. Dr. Torsten Busacker und des Lehrbeauftragtem Günther Pichler entwickelten die Studierenden ein ganzheitliches, nutzerorientiertes Mobilitäts- und Quartierentwicklungskonzept für Holzkirchen.

 

Städtebaulicher Wettbewerb für Holzkirchner Bahnhofsareal

Der Gemeinderat hatte im Dezember beschlossen, für das Holzkirchner Bahnhofsareal einen städtebaulichen Wettbewerb auszuloben, der nun vorbereitet wird. Als Bahnknoten und letzte Station der S-Bahn und der Bayerischen Oberlandbahn im Münchner Verkehrsverbund sowie Ausgangspunkt mehrerer touristisch interessanter Fernradlwege hat das Bahnhofsareal eine Bedeutung weit über Holzkirchen hinaus. Hinzu kommt, dass Holzkirchen Standort und sogar Sitz mehrerer internationaler Konzerne ist. Das Bahnhofsareal muss also viele Anforderungen erfüllen, denen es derzeit nur unzureichend gerecht wird.

 

Bürgermeister Olaf von Löwis hatte die Studierenden zur Mitwirkung eingeladen, um einen frischen, unverbrauchten Blick von außen in den Wettbewerb zu holen – insbesondere aus Nutzersicht, eine Stärke der Münchner Studierenden.

 

Um das Bahnhofsareal und den Verkehr in der ganzen Gemeinde fit für die Zukunft zu machen und Holzkirchen so auf eine Zukunft als Smart City vorzubereiten, fuhren die Studierenden auch nach Hamburg, wo in Vorbereitung des Intelligent Transport Systems Weltkongresses 2021 derzeit bei allen städtischen Verkehrsträgern Zukunftsprojekte laufen, von denen etliche bereits in Umsetzung sind und ausprobiert werden können. Weitere Inspiration schöpften die Master-Studierenden aus vielen Gesprächen mit Fachleuten und Betroffenen vor Ort in Holzkirchen, sowie aus Bahnhofs-Projekten, die sie recherchiert oder auf Reisen oder in ihren Heimatstädten selbst kennengelernt hatten.

 

Präsentation der Ergebnisse vor Gemeinderat

Die Ergebnisse wurden im Juni dann in einer Sondersitzung des Gemeinderats präsentiert. Die Studierenden schlugen unter anderem vor, das Bahnhofsgebäude auf Stelzen neu zu errichten und damit sowohl Platz für einen überdachten Busbahnhof als auch ein Café, Büros und Dachgarten-Parzellen zu schaffen, und ein ebenfalls aufgeständertes Parkhaus auf der gegenüberliegenden Seite des Bahnhofs mit Coworking-Lofts auf dem Oberdeck sowie eine zusätzliche Bahn-Unterführung mit unterirdischem Radl-Parkhaus zu bauen. Der Bahnhof soll so zur Mobilitätsdrehscheibe werden. Die Studierenden entwickelten noch weitere Smart-City-Elemente für Holzkirchen, z.B. Smart Locker, die den Lieferverkehr im Ort reduzieren können. Für Aufsehen sorgten die jungen Leute auch, als Sie den Damen und Herren im Rat vorschlugen, die wichtigste innerstädtische Verkehrsachse – bis vor kurzem sogar noch eine Bundesstraße – für den Autoverkehr zu sperren und hier stattdessen einen autonomen Bus fahren zu lassen und zudem die Infrastruktur für Radler deutlich auszubauen, die aktuell oft nur zwischen vielbefahrener Hauptverkehrsstraße und Fußweg wählen können.

 

Holzkirchens 2. Bürgermeisterin Elisabeth Dasch, die die Sitzung in Vertretung des erkrankten 1. Bürgermeisters leitete, und Ihre Ratskolleginnen und -kollegen zeigten sich beeindruckt, sowohl von der ganzheitlichen Sicht der Studierenden als auch von deren Detailwissen. Bürgermeisterkandidat Christoph Schmid dankte den Studierenden explizit für den frischen Blick von außen.

 

Der „Miesbacher Merkur“ berichtete in seinem Holzkirchen-Teil auf Seite 1 vom Konzept der Studierenden und bewertete die Vorschläge der Studierenden ebenfalls positiv: „Kühne Maßnahmen“.

 

Torsten Busacker & Günther Pichler