EU-Projekt Alpshealthcomp

„Die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Alpenraums als nachhaltige Gesundheits- und Wellnessdestination“


Die Hochschule München als Hochschule für angewandte Wissenschaft arbeitet im Bereich der Forschung eng mit national und international operierenden Unternehmen und Partnern zusammen. Damit setzten wir einen von dem eher traditionellen, grundlagenorientierten Ansatz der Universitäten abweichenden, praxisorientierten Forschungsschwerpunkt. Insgesamt existiert an der HM eine recht lange Forschungstradition, allerdings bislang hauptsächlich in den klassischen Bereichen wie Maschinenbau und Elektrotechnik. Seit kurzer Zeit ist hier eine neue Entwicklung zu beobachten, die durch eine wachsende Anzahl an Forschungsprojekten in den Sozialwissenschaften und auch in der Tourismuswissenschaft gekennzeichnet ist.


Zum ersten Mal nahm dabei auch die Fakultät für Tourismus an einem großen, transnationalen und intersektoralen Forschungsprojekt teil. Das Alpshealthcomp-Projekt war Teil des EU Interreg IIIB Alpenraumprogramms . Der Alpenraum ist die bei weitem größte, zusammenhängende Berglandschaft Europas. Er ist Lebensraum für ca. 70 Millionen Menschen auf einer Gesamtfläche von 450.000 km2. Der Tourismus spielt eine wichtige Rolle in der Wirtschaft des Alpenraums und das „Dach“ Europas, mit mehr als 100 Millionen Besuchern pro Jahr, zählt zu den wichtigsten und beliebtesten Urlaubsdestinationen. Der Alpenraum ist andererseits aber auch ein ausgesprochen empfindlicher ökologischer Raum mit wertvollen Naturräumen und Bergregionen, die nachhaltige Entwicklungsstrategien erfordern. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, unterstützt das Alpenraumprogramm vor allem eine ausgewogene wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung.


Ziel des Alpshealthcomp Projektes war es dabei, durch die Schaffung eines kompetenten Netzwerkes die Wettbewerbsfähigkeit des Alpenraums als ganzheitliche Gesundheits- und Wellnessdestination nachhaltig zu sichern. Die Steigerung der Wertschöpfung des Alpenraums insgesamt stellte einen der Schwerpunkte im Projekt dar. Darüber hinaus sollte durch die Verknüpfung des Tourismussektors mit dem Gesundheitssektor in den Bereichen alpine Gesundheit und körperliches und seelisches Wohlbefinden die Wettbewerbsfähigkeit des Alpenraums angekurbelt werden. Im Alpshealthcomp Projekt sind wir der Überzeugung, dass es aufgrund der Einzigartigkeit der Wellnessprodukte im Alpinen Raum möglich ist, auch neue Zielgruppen anzusprechen. Dies kann sich positiv auf das wirtschaftliche Wachstum im gesamten Alpenraum auswirken, vor allem auch in traditionell eher schwachentwickelten Regionen, die sehr stark vom Verschwinden der klassischen bäuerlichen Lebensform geprägt sind.


Insgesamt waren am Alpshealthcomp Projekt sieben Partner aus Italien, Österreich und Deutschland beteiligt. Den Projektbeginn stellte die Vertragesunterzeichnung im Frühling 2005 dar, zum Abschluss kam das Projekt im Februar 2008. Das Gesamtbudget belief sich auf circa 971.650 €. Verantwortlich für das Projekt an der Fakultät für Tourismus waren der Dekan, Prof. Dr. Theo Eberhard und Prof. Dr. Thomas Bausch. Als wissenschaftliche Projektmitarbeiter und Doktoranden arbeiteten Tanja Hanslbauer und Stefan Nungesser, Absolventen der Fakultät für Tourismus, an unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten in Rahmen des Forschungsauftrages. Inhaltlich befasste sich das Forschungsteam hauptsächlich mit zwei Arbeitspaketen:


Work-Package 7 „Arbeitsmarkt“

Die Zielsetzung in diesem Arbeitspaket war es, die Wettbewerbsfähigkeit des stark service-orientierten Gesundheits- und Wellnesssektor zu fördern. Zu diesem Zweck wurde in einer großen Studie das Angebot an Aus- und Weiterbildungseinrichtungen im Bereich Gesundheitsdienstleistungen im Alpenraum erfasst. In einer daran anschließenden, zweiten Studie wurden insgesamt 70 Leistungsträger im Bereich alpine Gesundheit und Wellness befragt. Durch eine Synopsis der Studienergebnisse war es möglich, existierende Defizite im Bereich der Aus- und Weiterbildung aufzudecken. Basierend auf diesen Ergebnissen wurde eine neue, alpinspezifische, modulare Weiterbildungsstruktur konzipiert. Darüber hinaus befasste sich Work-Package 7 auch mit der Errichtung einer webbasierte Jobbörse für Arbeitskräfte des Gesundheits- und Wellnesssektors im Alpenraum.


Work-Package 9 „Begleitende Marktforschung“

Dieses Arbeitspaket diente vor allem dazu, den Fortschrittsprozess in den anderen WPs zu begleiten und zu optimieren. Zu diesem Zweck wurden regionalspezifische Marktdaten, Trends und zukünftige Entwicklungen analysiert, um Erfolgsfaktoren zu identifizieren und um damit auch den nachhaltigen Erfolg des Forschungsprojektes sicherzustellen. Es entstand so insgesamt eine breite Wissensbasis, die eine umfangreiche Sammlung an Datenmaterial aus den Bereichen Ökonomie, Dienstleistungsmarketing und dem Gesundheits- und Wellnesssektor enthält. Eine der großen, forschungsleitenden Fragen in Work-Package 9 befasste sich darüber hinaus damit, wie und warum sich Konsumenten explizit und noch vor anderen Angeboten für alpine Gesundheits- und Wellnessprodukte entscheiden. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen wurde eine große, bevölkerungsrepräsentative Studie in Deutschland mit circa 1.600 Probanden durchgeführt. Parallel dazu wurden in Italien etwa 1.000 Probanden befragt. Die Studien sollten Aufschluss darüber geben, welche Wahrnehmungen, Motive und Einstellungen Konsumenten speziell mit alpinen Gesundheits- und Wellnessprodukten in Verbindung bringen. Neben der Konsumentenperspektive wurde in Work-Package 9 aber auch die Anbieterperspektive untersucht. In einer Studie wurden 50 Leistungsträger im Alpenraum zu entscheidungskritischen Erfolgsfaktoren befragt. Hierbei ging es vor allem darum zu untersuchen, wie einerseits diese Leistungsträger persönlich Erfolg definieren, anderseits war es aber auch von Interesse, wie Erfolg in den jeweiligen Unternehmen generiert wird.


Die Gesamtergebnisse des Forschungsprojektes wurden in einem „Final Conference Workshop“ am 11. Februar 2008 an der Hochschule München präsentiert. Der abschließende Projektbericht sowie weitere Ergebnisse können unter folgender Adresse abgerufen werden: http://www.alpshealthcomp.org/infotool-networking.php.


Weitere Informationen
www.alpshealthcomp.org
www.alpinespace.org


Ansprechpartner

Prof. Dr. Thomas Bausch
Raum: S 312

Tel.: 089 1265-2128
Fax: 089 1265-2109

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