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Stehen, wo noch kein Mensch zuvor gestanden hat

Das Kompetenzfeld Luftverkehr besichtigte die Baustelle eines der Eisenbahntunnel im Rahmen des Projekts
Das Kompetenzfeld Luftverkehr besichtigte die Baustelle eines der Eisenbahntunnel im Rahmen des Projekts "Stuttgart 21" .

[10|02|2016]

Kompetenzfeld Luftverkehr besucht Flughafen Stuttgart und Baustelle von Stuttgart 21


Wie bringt man Airlines aus aller Herren Länder dazu, regelmäßig in Stuttgart zu landen? Warum sollten internationale Konzerne Ihre Europazentrale an den Flughafen Stuttgart legen? Und wie schafft man es, einen Eisenbahntunnel in nur 80 Zentimeter Abstand unter bestehenden Gebäuden mitten durch eine Innenstadt zu bohren?

Antworten auf diese Fragen suchten 15 Studierende des Kompetenzfelds Luftverkehr auf einer Exkursion unter der Leitung unseres Lehrbeauftragten Dr. Hanno Haiber vom Flughafen München und von Professor Torsten Busacker in die dynamische Metropolregion Stuttgart.

Vormittags stand ein dicht gedrängtes Programm am Flughafen an: Ralf Laßau, Immobilienchef des Stuttgarter Flughafens, berichtete von den aktuellen Projekten, aber auch künftigen Bauvorhaben im Umfeld des Flughafens. Beate Nessel, Marketingchefin für den Bereich Aviation, ist weltweit unterwegs, um Airlines an den Stuttgarter Flughafen zu lotsen. Ihr Kollege Sebastian Spranger kümmert sich mit seinem Team nicht nur um Airside-Prozesse der Flugzeugabfertigung, sondern verbessert auch ständig die Passagierprozesse im Terminal, um für Passagiere das Reisen ab Stuttgart noch angenehmer zu machen.

Am Nachmittag ermöglichte uns unser Lehrbeauftragter Günther Pichler von DB Station&Service dann einen einmaligen Einblick in die Stuttgarter Unterwelt: wir besichtigten in kleinen Gruppen die Baustelle eines der Eisenbahntunnel, die derzeit im Rahmen des Projekts „Stuttgart 21“ unter der Stuttgarter Innenstadt hindurch gegraben werden. Hierbei wird bergmännisch gearbeitet, d.h. es gibt nur eine einzige offene Baugrube für einen Zugang, durch den alle Baumaschinen in den Tunnel eingebracht und der gesamte Abraum abtransportiert werden können - ansonsten wird der Tunnel unter Tage kilometerweit vorgetrieben. Offensichtlicher Vorteil ist, dass die Stuttgarter durch den Tunnelbau auf diese Weise nicht gestört werden. Eine ingenieurtechnische Meisterleistung – manche Fundamente bestehender Gebäude werden im Abstand von nur 80 Zentimetern unterquert. Je nach Untergrund wird gebaggert oder gesprengt. An einer frischen Ausbruchstelle konnten wir uns auf Boden stellen, den noch kein Mensch zuvor je betreten hat, bevor dann in einigen Jahren im Minutentakt die Züge hier durchrollen werden.