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Tourism matters! 2015

Unsere ReferentInnen, Michael Duscher, Elisabeth Hiltermann, Geraldine Knudson und Ralf Gabriel (von l. n. r.) sowie unsere Moderatorinnen, Jana Güthlein und Hong Truong nach einer gelungenen Auftaktveranstaltung.
Unsere ReferentInnen, Michael Duscher, Elisabeth Hiltermann, Geraldine Knudson und Ralf Gabriel (von l. n. r.) sowie unsere Moderatorinnen, Jana Güthlein und Hong Truong nach einer gelungenen Auftaktveranstaltung.

[18|05|2015]

Städtereise 2020: München auf dem Weg zur Stadt für Kulturgenuss und Genusskultur


Um sich im Wettbewerb um Kulturtouristen mit anderen europäischen Großstädten neu zu positionieren, hat München einen Prozess der strategischen Neueinrichtung gestartet. Diese aktuelle Entwicklung führt zu interessanten Fragen, die unsere geladenen Referenten in Impulsvorträgen erörterten. Die beiden Masterstudentinnen Jana Güthlein und Hong Truong führten die Besucher gekonnt und souverän durch den Abend.

Die touristische Marke München stärken
Geraldine Knudson, Leiterin von München Tourismus eröffnete die Vortragreihe humorvoll mit dem Thema „Die touristische Marke München“. Zunächst stellte sie die Erfolgsgeschichte des Tourismus in München dar, zeigte aber gleichzeitig auf, dass zukunftsfähiger Städtetourismus durch neue Trends und Zielgruppen bestimmt wird. Auch die Konkurrenz durch andere Städte schläft nicht: Eine erfolgreiche Marke mit USP, die Authentizität und Sinnhaftigkeit vermittelt, ist daher nötig. Die Markenanalyse in Zusammenarbeit mit TIM e.V. kam zu dem Ergebnis, dass München durch eine einzigartige Willkommenskultur überzeugen kann. Teilhabe und Freundlichkeit stellen hierbei die zentralen Elemente der Strategie dar. Diese werden durch das Motto „Kulturgenuss und Genusskultur“ beschrieben. Ziel ist es, die attraktivste europäische Metropole zu werden, die Gäste emotional anzusprechen und ihnen gleichzeitig ein Heimatgefühl zu vermitteln.

Ein Kunstareal lädt zum Verweilen ein
Michael Duscher, Stellvertretender Geschäftsführer der MuseumsQuartier Errichtungs- und Betriebsgesellschaft Wien stellte das erfolgreiche Konzept des seit 2001 bestehenden MuseumsQuartier Wien vor. Er legte anschaulich dar, was den Erfolg des Quartiers ausmacht: Die 90.000 Quadratmeter mit 4 Millionen Besuchern pro Jahr dienen als Kunst-, Schaffens- und Lebensraum. Als von Herrn Duscher bezeichnetes „Wohnzimmer der Wiener“ findet das Areal auch bei der lokalen Bevölkerung großen Zuspruch. Durch die Einbeziehung der Außenflächen für diverse Veranstaltungen, wird der Raum zudem ganzjährig belebt. Das zentrale Ticketing- und Leitsystem, an dem alle Institutionen beteiligt sind, sei außerdem ein wesentlicher Erfolgsfaktor des MuseumsQuartiers.


Kooperation und Vernetzung im Kulturtourismus vorantreiben
Für Ralf Gabriel, Geschäftsführer der Münchner Kultur GmbH und Vorstandsmitglied in der Tourismusinitiative München (TIM e.V.) ist das MuseumsQuartier Wien Flaggschiff und herausragendes Beispiel im Kulturtourismus. Das zentrale Problem des Kulturareals München bestehe dagegen in der mangelnden Vernetzung und Kooperation der Münchner Kultur- und Tourismusinstitutionen. Die TIM e.V. sei jedoch laut Herrn Gabriel auf einem guten Weg. Als erste bedeutende Initiative ist dabei „Die lange Nacht der Museen“ anzusehen.

Natur, Kulinarik und Kultur in Einklang bringen
Elisabeth Hiltermann, Geschäftsführerin des Beratungsunternehmens Kohl & Partner GmbH referierte über die erfolgsversprechende Produkt- und Package-gestaltung im Kulturtourismus. Frau Hiltermann definiert Kulturtourismus als Dreiklang von Natur, Kulinarik und Kultur. Diese drei Bereiche müssen bei der Angebotsgestaltung gleichermaßen berücksichtig werden, da sich Kulturtourismus nicht nur auf Hochkultur beschränkt. Auch das Überwinden von Konkurrenzdenken, das Schaffen von Netzwerken und Kooperationen sowie die Gestaltung von authentischen Angeboten seien bedeutende Schritte einer zukünftigen Strategie im Kulturtourismus.

Auf die Nachfrage aus dem Publikum, was genau unter dem Begriff „Teilhabe“ zu verstehen sei, erläuterte Frau Knudson, dass die Besucher die Stadt so wie ein Münchner wahrnehmen sollen. . Hierbei spielen beispielsweise das Oktoberfest und die Biergärten als Austauschplattform eine wichtige Rolle. Herr Duscher betonte zudem die Bedeutung eines zentralen Ticketverkaufs und einer Museumskarte. „Bei Wien kann man sich noch einiges abschauen“, so Frau Hiltermann. Alle Referenten waren sich einig, dass die Notwendigkeit an einem Strang zu ziehen, einen zentralen Meilenstein bei der weiteren Entwicklung Münchens darstellen werde.

Christine Fröhlich und Johanna Förster